Winfried Müller arbeitete nach seiner Ausbildung zum Ingenieur für Funkgerätebau seit Dezember 1958 im Werk für Fernsehelektronik in Berlin-Schöneweide. Dort war er bis 1990 im Bereich Anwendungstechnik tätig und verband technisches Fachwissen mit genauer Erinnerung an die Arbeitswelt des WF.
Seit Mitte der 1980er Jahre baute er das Werksmuseum “Technik im Turm” mit auf. Nach dem Ende des WF und besonders nach dem Verkauf des Werksgeländes 2009 half er maßgeblich dabei, Geräte, Röhren, Archivmaterial und Werkstattbestände zu sichern und in den heutigen Industriesalon zu überführen.
Das Bezirksamt Treptow-Köpenick würdigte ihn 2022 als Gründungsvater des Industriesalons. Im Nachruf des Hauses erscheint er zugleich als Bewahrer der Industriekultur in Schöneweide, als Autor mehrerer technikgeschichtlicher Broschüren und als zentrale Persönlichkeit, durch deren Engagement die Erinnerung an das Werk für Fernsehelektronik öffentlich zugänglich blieb.


