Dieses Heft erzählt keine durchgehende Unternehmensgeschichte des Werks für Fernsehelektronik (WF). Stattdessen versammelt es ausgewählte Episoden, Ereignisse und Entwicklungen aus den Jahren 1945 bis 1960 – einer Phase des Neubeginns, der Umbrüche und des rasanten technischen Fortschritts.
Im Mittelpunkt stehen konkrete Erfahrungen und Aufgaben: Warum mussten rund 230 Mitarbeiter des WF für mehrere Jahre in der Sowjetunion arbeiten? Wie wurden die Bildröhren für einen der ersten Fernsehapparate, den „Leningrad“, gefertigt? Und was bedeutete es im Arbeitsalltag, wenn Beschäftigte immer wieder „nachsitzen“ mussten?
Die Texte verbinden technische Geschichte mit persönlichen Einblicken und machen sichtbar, unter welchen Bedingungen Innovation entstand. So entsteht ein vielschichtiges Bild der frühen Fernsehelektronik – geprägt von politischen Rahmenbedingungen, improvisierten Lösungen und dem Wissen der Menschen, die daran gearbeitet haben.
Die Broschüre von Winfried Müller eröffnet damit einen direkten Zugang zu einer Zeit, in der Grundlagen für die spätere Entwicklung gelegt wurden – und zeigt, wie eng Technikgeschichte und Lebensrealität miteinander verbunden sind.
