Quellengrundlage: lokal gesicherter Touchtable-Bestand des Industriesalon Schöneweide.
1898Auftakt
1989Letzte Zäsur
27Stationen
4Epochen
1880-1918
Gründung und Industrialisierung
Werkgründung, Elektrifizierung und frühe Expansion.
1898

Station 1898
Großbanken und Industriebetriebe unter Beteiligung der AEG gründeten die Aktiengesellschaft „Deutsche Niles – Werkzeugmaschinenfabrik“ als Lizenznehmer der amerikanischen Niles Tool Campany in Ohio. Ziel war es, die nationale Fertigung zu stärken und die bis dahin führenden amerikanischen Produkte vom Markt zu verdrängen.
1899

Station 1899
Foto: Ansicht Niles 1898. Nach den Plänen von Baumeister Tropp wurde ein Verwaltungs-, ein Produktionsgebäude und eine Montagehalle erbaut. Das Gelände mit rund 72.000 Quadratmetern war an die Görlitzer Eisenbahn angebunden und hatte eigene Kaianlagen an der Spree. Eine gute Ausgangssituation für das wirtschaftliche Wachstum.
1901

Station 1901
Foto: In der Niles-Montagehalle um 1900. Die Produktion begann mit etwa 1.0000 Mitarbeitern. Es wurden u. a Drehbänke, Fräsmaschinen. Hobel-, Stoß- und Bohrmaschinen, später auch Pressluftwerkzeuge hergestellt.
1906

Station 1906
Das Unternehmen stieg zu den weltweit bedeutendsten Herstellern von Präzisions-Werkzeugmaschinen auf. Auf der idealisierten Darstellung ist die historische Bebauung gut zu erkennen. Das Gelände wurde auf einer Nord-Süd-Achse, von der Wilhelminenhofstraße bis zur Spree, erschlossen. Im Vordergrund die Wilhelminenhofstraße mit kleinem…
1914

Station 1914
Foto: Produktion von Granathülsen bei Niles in Oberschöneweide. Mit dem Beginn des ersten Weltkriegs setzte Großbritannien eine Blockade für den deutschen Im- und Export durch. Das betraf neben Waffen und militärischen Ausrüstungen und Transportmitteln auch alle Maschinen, die der Produktion oder Reparatur von Waffen oder Munition dienen…
1915

Station 1915
Foto: Sondermaschine mit der Markenkennzeichnung „MOAG“. Umbenennung von Niles in „Maschinenfabrik Oberschöneweide AG“ (MOAG). Als die USA in den 1. Weltkrieg eintraten, schien die Bezeichnung einer deutschen Firma mit dem Namen einer amerikanischen Fabrik nicht mehr tragbar. Das Unternehmen wurde dazu gezwungen sich umzubenennen und…
1919-1945
Zwischenkriegszeit und Krieg
Konzernumbau, politische Brüche und Kriegswirtschaft.
1920

Niles zieht um
Nach dem ersten Weltkrieg wurde das Unternehmen zurückbenannt in „Deutsche Niles Werke AG“. Alte Geschäftsbeziehungen wurden erfolgreich reaktiviert. Produktionsanlagen mussten erweitert und modernisiert werden. Statt Einzelanfertigungen stellte man auf Serienproduktion um. In Berlin-Weißensee konnten ein großes Grundstück und die…
1920

Das Transformatorenwerk der AEG
Foto: Die „neue Montagehalle“ wurde 1915-16 von dem Architekten Paul Tropp für die Deutsche Niles -Werkzeugmaschinenfabrik erbaut und von der AEG Transformatorenfabrik übernommen. Nach dem Kauf der leerstehenden Anlage verlagerte die AEG die bisherige „Fabrik für Hochspannungs-Übertragung“ aus dem Wedding nach Oberschöneweide. 1921 nahm…
1921

Hervorragendster Wegbereiter der Hochspannungstechnik seiner Zeit.
Foto: Georg Stern (1867 bis 1934) Physiker, Ingenieur und erster Direktor der AEG Transformatorenfabrik TRO von 1921 bis 1931. Georg Stern prägte maßgeblich die Entwicklung des (Groß-) Transformatorenbaus der AEG. Bereits im Jahr 1901 hatte er die Leitung der Prüffelder der AEG-Maschinenfabrik in der Berliner Brunnenstraße übernommen…
1923

Station 1923
Foto: 20iger Jahre, Transformatorenbau in der neuen Montagehalle im TRO. Am 1. September 1923 bebte die Erde in Japan. Das Große Kantō-Erdbeben war eine der schwersten Katastrophen in der japanischen Geschichte. Es zerstörte weite Teile von Tōkyō und Yokohama, forderte über 100.000 Todesopfer und legte große Teile der Infrastruktur –…
1924

Streik!
Foto: Wickler an der Spulen-Spezialmaschine. Drei Wochen lang dauerte der Streik der Wickler im Transformatorenwerk. Es ging um die Erhöhung des Stundenlohns von 44 Pfennig, im Akkord maximal 80 Pfennig. Auch die 48-stündige Wochenarbeitszeit drohte auf 50 Stunden ausgeweitet zu werden. Die Gewerkschaften hatten bis dahin einen…
1926

Ein Großauftrag für das TRO
Foto: Georg Klingenberg – (1870-1925) Ingenieur, Autokonstrukteur, Kraftwerksbauer. Ab 1902 Vorstandsmitglied der AEG. Auf Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg sollte die Stromversorgung des Berliner Ostens verbessert werden. Der Auftrag für den schlüsselfertigen Bau eines Steinkohlekraftwerks mit 270 MW Leistung ging…
1928

Die Kraft- und Heizzentrale
Foto: Kraftwerksgebäude im Stil des Expressionismus. Das betriebseigene Heiz- und Kraftwerk des TRO wurde nach zweijähriger Bauzeit fertiggestellt. Die Architekten Walter Klingenberg und Werner Issel entwarfen das markante Gebäude mit einer innovativen technischen Ausstattung. In den mit Kohlenstaub angefeuerten Kesseln wurde Dampf…
1928

Pionierleistungen
Foto: Der weltgrößte Transformator aus Oberschöneweide. Im TRO wurde der riesige Einphasen-Transformator entwickelt und gebaut, der zu seiner Zeit der größte der Welt war. Der Transformator wog über 100 Tonnen und wurde mit Spezialzügen direkt aus der Halle transportiert. Er diente der Umwandlung von Strom aus dem öffentlichen Netz in…
1929

Schauplatz der Moderne
Foto: Höchste Montagehalle Berlins. Das Transformatorenwerk baute immer größere Transformatoren, für die deutlich höhere Räume benötigt wurden. Nach den Entwürfen des Architekten Ernst Ziesel und der Statikers Gerhard Mensch entstand die Großtransformatorenhalle. Zwei übereinanderliegende Kranbahnen von höchster Tragkraft (100 t) konnten…
1930

Atomzertrümmerung im TRO
Foto: Der Blitzgenerator auf dem Dach der Montagehalle. Um die Wetterfestigkeit der freistehenden Transformatoren zu prüfen, wurden sie mit sehr starken Blitzen beschossen. Das TRO verfügte seit den 20iger Jahren dafür über den leistungsstärksten „Stoßspannungsgenerator“, der damaligen Welt. Er konnte Spannungen bis 2,4 MV generieren…
1932

Station 1932
“Wer noch nie bei Siemens war, bei AEG oder Borsig, der kennt des Lebens Jammer nicht, der hat ihn erst noch vor sich!” (Berliner Spruch aus den 30iger Jahren) Die Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre machte auch vor dem TRO nicht Halt. Die Zahl der Aufträge ging stark zurück, es kam zu Massenentlassungen. 1932 war die Zahl der…
1946-1960
Neuordnung und Verstaatlichung
Neubeginn, Umbau und neue Eigentumsordnung.
1946

Station 1946
Foto: Gesprengte Treskowbrücke. In den ersten Monaten nach Kriegsende kämpfte die Belegschaft gegen die allgegenwärtigen Kriegsschäden und beteiligte sich an der „Enttrümmerung“. „Die klassenbewussten Arbeiter… leisteten Aufräumungsarbeiten im doppelten Sinne. Schritt für Schritt begannen sie mit der Produktion, legten Maschinen aus dem…
1947
Station 1947
1947 wurde das Werk der sowjetischen Militäradministration unterstellt. Prüffelder und Krananlagen wurden teilweise mehrfach demontiert und nach Russland abtransportiert. Man schätzt, dass Reparationszahlungen im Wert von 2,4 Mill. DM erbracht wurden. Die Produktion von Kleintransformatoren und Hochspannungsgeräten begann dennoch langsam…
1949

Station 1949
Foto: TRO-Werkseingang – zwischen AEG und „volkseigenem Betrieb“ (VEB). Auf Grundlage des Magistratsbeschlusses vom 8. Februar 1949 wurden die Eigentümer des TRO – die AEG — entschädigungslos enteignet. Das Werk wurde zum „Volkseigenen Betrieb“ (VEB) und umbenannt in: “VEB AEG-Fabriken für Transformatoren und Hochspannungsschalter. Mit…
1949

Station 1949
Nach der Teilung Deutschlands musste die DDR neue Energieressourcen erschließen – vor allem für die Entwicklung der Großindustrie. Für das “Kohle- und Energieprogramm der DDR” (1956) wurden neue Kohle-Kraftwerke in der Lausitz gebaut. Auf Befehl des Zentralkomitees (ZK) der Sowjetunion sollten das TRO die benötigten Großtransformatoren…
1961-1989
Kombinat und Umbruch
Ausbau, späte DDR und die Zäsur von 1989.
1970

Station 1970
Nach der Teilung Deutschlands musste die DDR neue Energieressourcen erschließen – vor allem für die Entwicklung der Großindustrie. Für das “Kohle- und Energieprogramm der DDR” (1956) wurden neue Kohle-Kraftwerke in der Lausitz gebaut. Auf Befehl des Zentralkomitees (ZK) der Sowjetunion sollten das TRO die benötigten Großtransformatoren…
1970

Der Trolli
Foto: DDR-Werbebroschüre. Wie jeder Großbetrieb in der DDR, so wurde auch das TRO verpflichtet, „Konsumgüter“ herzustellen. Ab Anfang der 70iger Jahre ging der Rasenmäher Trolli in die Produktion. Hintergrund: In der DDR wuchs die Kaufkraft schneller als das Angebot an Waren. Da die Konsumwünsche der Kunden nicht abgedeckt werden konnten…
1980

Station 1980
Foto: „Das TRO erfüllt Weltmarktforderungen“ – Präsentation auf der Leipziger Messe. Die Leistungsanforderungen wuchsen weiter. 1981 wurde mit 6.450 MVA die Höchstleistung in der gesamten Betriebsgeschichte realisiert. Um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben, mussten fortlaufend neue Technologien und verbesserte Materialien…
1987

Explosion im Kraftwerk Bloxberg, dem größten Kohlekraftwerk der DDR
Foto: „Winterkampf“ im Kraftwerk Boxberg – Foto: Sächsische Zeitung. Im Winter 1986/1987 herrschte extreme Kälte. Bei bis zu minus 20 Grad stieg der Strombedarf enorm, die Kraftwerke waren im „Winterkampf“. Im Kraftwerk Boxberg gefror die Kohle zu Eisklumpen. Um dennoch ausreichend Dampf für die Turbinen zu produzieren, musste der…
1989

Bis 1989 waren die Auftragsbücher des TRO voll.
Der Aufbau moderner Infrastruktur im Werk wurde vorbereitet, neue Gebäude errichtet. Für die Werksangehörigen gab es keinen Zweifel an der erfolgreichen Zukunft des TRO.
1989

Station 1989
TRO-Broschüre „Elektroenergie zuverlässig beherrschen“

