Ort in Schöneweide

Ostendstraße 1-5 / Behrensbau

Im Atlas

Ostendstraße 1-5 / Behrensbau

Ostendstraße 1-5, 12459 Berlin · Oberschöneweide

Der Behrensbau ist heute Teil des Entwicklungsareals BE-U | Behrens-Ufer. Seit 2024 werden im Bestand wieder aktiv Produktions-,…

Kurzprofil

Ort auf einen Blick

Ab 1914 entstand hier für die NAG ein Schlüsselbau der Berliner Industriekultur nach Entwürfen von Peter Behrens.

Der Behrensbau ist heute Teil des Entwicklungsareals BE-U | Behrens-Ufer. Seit 2024 werden im Bestand wieder aktiv Produktions-, Labor- und Büroflächen genutzt; erster großer Nutzer ist ASML mit Forschung, Fertigung und Ausbildung am Standort.

Epochen

Schichten des Ortes

1915–1918

Kaiserzeit · Industrie / Produktion

NAG-Neubau und Kriegsproduktion

Zwischen 1915 und 1917 entstand nach Entwürfen von Peter Behrens der monumentale NAG-Neubau an der Ostendstraße. Im Ersten Weltkrieg diente der Standort vor allem der Fertigung von Lastkraftwagen für das deutsche Heer und markierte den Übergang zur großmaßstäblichen Automobilproduktion in Oberschöneweide.

Unbekannt / nicht bewertet · Denkmaldatenbank Berlin, Berliner Zentrum Industriekultur, visitBerlin.

1919–1934

Weimarer Republik · Industrie / Produktion

Automobilfabrik der NAG

Nach dem Krieg blieb der Peter-Behrens-Bau NAG-Standort für Pkw-, Lkw- und Omnibusbau. Die mehrgeschossige Fabrik verkörperte industrielle Moderne, bis die Automobilproduktion am Standort 1934 eingestellt wurde.

Unbekannt / nicht bewertet · Denkmaldatenbank Berlin, Berliner Zentrum Industriekultur.

1935–1945

NS-Zeit · Industrie / Produktion

Röhrenfabrik Oberspree und Rüstungswirtschaft

Nach dem Ende der NAG-Nutzung wurde der Standort für neue Elektronik- und Rüstungsproduktion umgebaut. 1936 entwickelte Telefunken hier Fernsehtechnik für die Olympischen Spiele, ab 1938 produzierte die Röhrenfabrik Oberspree Elektronenröhren und weitere Komponenten auch für die Wehrmacht.

Unbekannt / nicht bewertet · Berliner Zentrum Industriekultur, Berliner Umweltverwaltung zum ehemaligen WF-Gelände.

1945–1959

Nachkriegszeit · Industrie / Produktion

LKVO, Oberspreewerk und Neustart

Nach 1945 wurde der Werkkomplex zunächst unter sowjetischer Kontrolle als Laboratoriums-, Konstruktionsbüro- und Versuchswerk Oberspree (LKVO) geführt, anschließend als Oberspreewerk und Werk für Fernmeldewesen neu organisiert. In dieser Phase verlagerte sich die Produktion auf Fernmelde- und Nachrichtentechnik.

Unbekannt / nicht bewertet · Berliner Umweltverwaltung zum ehemaligen WF-Gelände.

1960–1990

DDR · Industrie / Produktion

Werk für Fernsehelektronik

Seit 1960 war der Standort ein zentraler Teil des Werkes für Fernsehelektronik. Hier wurden Sende- und Empfängerröhren, Halbleiterbauelemente und später Farbbildröhren hergestellt; der Behrensbau blieb damit ein prägender DDR-Industriebetrieb in Oberschöneweide.

Unbekannt / nicht bewertet · Berliner Umweltverwaltung zum ehemaligen WF-Gelände, Berliner Zentrum Industriekultur.

1991–heute

Nach 1990 · Industrie / Produktion

Samsung, Transformation und Behrens-Ufer

Nach 1990 lief die Röhren- und Fernsehtechnikproduktion unter Samsung-Nachfolgeunternehmen noch bis 2006 weiter; danach folgten Teilnutzungen und die Entwicklung des Geländes als BE-U | Behrens-Ufer. Seit November 2024 nutzt ASML erste Produktions-, Labor- und Büroflächen im denkmalgeschützten Bestand und knüpft damit an die industrielle Nutzung des Standorts an.

Unbekannt / nicht bewertet · Berliner Umweltverwaltung zum ehemaligen WF-Gelände, Berliner Zentrum Industriekultur, DIEAG/BE-U Pressemitteilung vom 21. November 2024.

Gegenwart

Status und Daten

Status

Produktion

Eigentum

DIEAG

Website / Quelle

de.wikipedia.org

Datenstand

de.wikipedia.org/wiki/Behrensbau_(Berlin) | be-u.berlin Pressemitteilungen 2020 und 2024 | industriekultur.berlin

Geschichte

Ort im Zusammenhang

Der Peter-Behrens-Bau an der Ostendstraße gehört zu den bedeutendsten Industriegebäuden in Oberschöneweide. Für die Nationale Automobil-Gesellschaft (NAG), ein Unternehmen im Umfeld der AEG und der Familie Rathenau, entstand ab 1914 ein neuer Werkskomplex nach Entwürfen von Peter Behrens. Die repräsentative Ecksituation mit Turm und Werkhof machte den Bau früh zu einem Wahrzeichen der industriellen Moderne an der Spree.

In der NS-Zeit wandelte sich die Nutzung grundlegend. Nach dem Ende der NAG-Automobilproduktion richtete die AEG 1938 im ehemaligen Werk die Röhrenfabrik Oberspree ein. Dort wurden Elektronenröhren produziert, darunter auch Bauteile für Radargeräte der Wehrmacht. Nach Kriegsende entstand zunächst das LKVO beziehungsweise Oberspreewerk; daraus gingen später das Werk für Fernmeldewesen und schließlich das Werk für Fernsehelektronik hervor. Über Jahrzehnte war der Standort damit ein prägender DDR-Industriebetrieb.

Nach 1990 wurde die industrielle Nutzung stark zurückgebaut. Zwischenzeitlich nutzten Samsung-Nachfolgeunternehmen, Hochschulbereiche und kleinere Betriebe Teile des Ensembles. Seit 2019 wird das Areal als BE-U | Behrens-Ufer neu entwickelt. Mit dem Einzug von ASML in Produktions-, Labor- und Büroflächen ab 2024 ist der denkmalgeschützte Bestand wieder Teil eines aktiven Technologie- und Forschungsstandorts.

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