Führung

Licht und Transparenz

Entdeckertour durch das historische Transformatorenwerk Oberschöneweide: von repräsentativen Gründerzeitfassaden zu lichtdurchfluteten Tageslichtfabriken, in denen sich Architektur, Produktion und Moderne verdichten.

Historische Luftaufnahme des Transformatorenwerks Oberschöneweide

Die Tour verfolgt den Weg von repräsentativen Backsteinfassaden der Frühindustrialisierung hin zu den klaren Formen der Neuen Sachlichkeit. An Bauten von Paul Tropp, Jean Krämer, Ernst Ziesel, Gerhard Mensch, Walter Klingenberg und Werner Issel wird sichtbar, wie der Industriebau zum Experimentierfeld moderner Architektur wurde.

Im ehemaligen Niles- und AEG/TRO-Areal stehen die Neue Montagehalle, die Großtransformatorenhalle, das Kraftwerk und weitere Produktionsgebäude im Mittelpunkt. Vorhangfassaden, Stahl-Skelettkonstruktionen, große Spannweiten und bewusst geführtes Tageslicht zeigen hier unmittelbar, wie technische Anforderungen die Gestalt der Gebäude bestimmten.

Gerade am TRO lässt sich diese Entwicklung besonders genau verfolgen: Auf dem früheren Niles-Gelände entstand ab 1921 eines der bedeutendsten deutschen Transformatorenwerke. Großhallen von Jean Krämer und Ernst Ziesel, Hochspannungslabore, Prüffelder und die technische Infrastruktur der Energieversorgung machten das Areal zu einem Schlüsselort moderner Industriearchitektur.

Vergleichsbeispiele von Peter Behrens, dem Fagus-Werk, Henry Ford oder der NAG schärfen den Blick auf die lokalen Bauten. So wird deutlich, dass Oberschöneweide kein Randphänomen war, sondern Teil einer internationalen Debatte über Konstruktion, Monumentalität und die neue Ästhetik der Industrie.

Zugleich fragt die Führung nach dem Verhältnis von Repräsentation und Funktion, nach der Zusammenarbeit von Architekten und Ingenieuren und nach der heutigen Weiterverwendung der historischen Hallen. Damit verbindet sie Architekturgeschichte, Industriegeschichte und den sichtbaren Strukturwandel des Standorts.

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