Orte & Wandel
Sehenswert! // Industriesalon Schöneweide (Teil 3)
Dritter tv.berlin-Beitrag ueber den Industriesalon Schoeneweide und den Standort im Wandel.
Transkript
Gesprächsdokumentation
Videozeit 00:17 [Musik] [Musik] so wir sind jetzt auf dem turm des Peter Behrens baus des ehemaligen werks für Fernsehelektronik der DDR mit susanne räumen schüssel der projektleiterin des Industriesalon vorraum schüssel erstmal was ist denn das hier für ein gelände das für ein besonderer standort ja wir vom Industriesalon wir zeigen ja unseren besuchern hier der Schöneweide und zwar Schöneweide von anbeginn bis heute es hat hier begonnen als eines der großen historischen gründerzentren der berliner Elektroindustrie nach und nach oder sagen wir mal ziemlich schnell entstanden hier auf der schönen weide die die technologisch völlig neuen betriebe der AEG es ging also an mit dem ersten dreh Stromkraftwerk der welt da sehen wir die schornsteine sind davon noch übrig geblieben und die halle steht auch noch dort nebenan wurde dann auf eine entscheidung von emil Rathenau in das kabelwerk oberspree
Videozeit 01:17 angesiedelt das war das erste kabelwerk der AEG und dann siedelten sich im umkreis viele mitbewerber andere nach und nach von der ag geschluckt wurden so dass das so im jahr 1945 im grunde genommen alle betriebe die sich hier in Oberschöneweide angesiedelt hatten zur AEG gehört und wir empfehlen unseren besuchern die geschichte des beginns wir führen sie durch die alten hallen durch erzählen wir ihnen natürlich was hier in der DDR war das ist nämlich das größte innerstädtische industriegebiet der DDR war mit 25.000 werktätigen wir versuchen darüber zu berichten wie sich der alltag gestaltet hat für die werktätigen wie das hier aussah sagen wir mal so und dann ist natürlich eine wichtige etappe die wiedervereinigung und das war für Schöneweide eher der beginn der deindustrialisierung deindustrialisierung das heißt hier wurden die firmen nach und nach abgebaut und die leeren gebäude
Videozeit 02:19 haben ja zum großen teil überlebt sie stehen unter denkmalschutz heute ist Schöneweide eines der größten denkmalensemble in deutschland hier haben im bedeuten architekten gewirkt und wenn man jetzt hier vielleicht so als einzelperson einfach mal durch schlendert wird einem diese bedeutung nicht sofort in die augen springe aber mit unserer führung wird das hier sehr spannend [Musik] [Musik] was wollen sie erreichen bei diesem führung naja es ist ein lebendiges beispiel dafür für den aufbau die entwicklung und die heutige zeit von berlin dieser stadt berlin ich meine die Elektroindustrie hat berlin zu einer der oder der internationalen Metropole gemacht überhaupt erst die Elektroindustrie hier war eben eines der gründerzentren und hier war alles neu die technologie war neu die architektur arbeitsbedingungen die
Videozeit 03:21 arbeitsbedingungen die betriebs hierarchien das kann man schön erzählen wie sich eigentlich berlin und die unsere arbeitswelt hier entwickelt hat und ich finde eben gerade Schöneweide ist nicht fertig Schöneweide ist heute im umbruch man sieht die spuren der alten zeit man sieht aber noch nicht an jedem ort was soll ja mal werden es gibt auch eine gewisse ratlosigkeit ratlosigkeit und ich denke ja die leute lieben geheimnisvolle orte also orte an denen die fantasie raum hat an denen man selber ins grübeln kommt ist es uns eigentlich was wert wollen wir dieses zum beispiel dieses erste Drehstrom kraftwerk erhalten was könnte denn da sein und warum ist da nicht schon längst was man versteht also viel über die strukturen von heutigen eigentum ja auch von stadtumbau ich finde das ist eigentlich ein sehr lebendiger ort an dem man beobachten kann wie sie stadt
Videozeit 04:12 neu zusammensetzt und das finde ich auch persönlich sehr spannend hier ist schon viel passiert und übrigens ist alles außer dem campus der hier neben uns liegt liegt im privatbesitz das heißt die eigentümer haben ihre pläne hier mit mit den großen immobilien immobilien immobilien gebieten kann man ja eigentlich sagen die wände die Treuhand hatte zunächst einmal die großen werke hier getrennt und hat die einzelnen weiterverkauft zunächst mal nach der wende sind hier firmen eingezogen hier weiter produziert haben hier im Peter Behrens bau zum beispiel hat die firma Samsung korea produziert bis 2005 und so ging es auch in den anderen großen betrieben so dass betriebe hier gekauft haben die die dann aber aus verschiedenen gründen die produktion eingestellt haben ja und dann wurde weiter verkauft es handelt sich ja um privatbesitz und es ist natürlich eine
Videozeit 05:11 festlegung gemacht wurden insofern als dass manche große gebiete hier mischgebiete sind andere sind gewerbe und industriegebiete das heißt man hat gewisse grenzen für die zukünftigen nutzung was genau hier aber passieren soll das ist glaube ich auch so ein bisschen dem markt geschuldet wir haben hier ein regionalmanagement in Schöneweide dieses regionalmanagement ist beauftragt 10.000 arbeitsplätzen schöner weise zu schaffen und wir sehen hier die verbindung zu adlershof und das ist eine ganz großes thema wie so eine brücke gebaut werden mittelfristig über die spree um die verbindung zur adlershof noch viel näher zu machen weil man spricht davon dass adlershof und Schöneweide der zukunfts ort im südosten berlins sein soll also das geheimrezept was wir auch hier sehen eine hochschuleinrichtung also hochschule der technik und wirtschaft ist hier mit über 9000 studenten produktion
Videozeit 06:11 produktion forschung das möglichst eng zusammen zu binden und auf synergien zu hoffen dass es auch hier das rezept die urbane mischung ist ja offensichtlich die vision die stadtplaner für dieses ensemble hier haben erstmal was muss man da genau darunter verstehen und wie sehen sie das naja wenn man urbane mischung in berlin hört dann denkt man gerne an kreuzberg da gibt es also diese mischung von wohnen ateliers kleinen werkstätten viele kneipen das mag man vielleicht als bezeichnen dieses modell finde ich für Schöneweide nicht geeignet denn wenn man sich das anschaut es sind ja ganz andere dimensionen mit denen wir es hier zu tun haben dass es eine sache die zweite ist was gibt ja längst eine urbane mischung die hat ja immer schon stattgefunden es gibt hier das industriegebiet und direkt daneben nur durch eine straße
Videozeit 07:11 geteilt gibt es ja das wohngebiet also wir haben es hier nicht mit einem gewerbepark zu tun wonach die bürgersteige hochgeklappt werden ganz im gegenteil ist schöner eigentlich dass auch den großen gewerbeflächen industrieflächen es ist schon eine menge leben entwickelt hat und sich noch viel vieles weiterentwickeln kann clubs werkstätten ateliers natürlich eingeschlossen aber in dem moment wo man hier wohnen baut da ist diese entwicklung gelähmt in deutschland ist es heutzutage so dass bewohner hohen schutz genießen das heißt sowohl was lärm angeht als auch was jegliche emissionen angeht von daher ist ein nutzungskonflikt vorprogrammiert wenn man im gewerbegebiet wohnungen baut das kommt also mir kommt immer vor wie so ein kuckucksei zunächst man mitten rein und ringsherum lähmt das dann allerdings alles denn die firmen die auch hier vor ort ansässig sind die arbeiten teilweise
Videozeit 08:12 im dreischichtsystem hier die haben starken anlieferverkehr und so weiter das wäre alles nicht mehr möglich weil die mieter haben nunmal oder die bewohner haben anrecht auf ruhe und von daher finde ich dieses kleinteilige denken alles muss gemischt sein ist hier in Schöneweide gerade mal nicht das rezept der stunde hier sollte man denke ich anknüpfen an diese historische strukturierung tatsächlich spree gewerbe wohnen und dann das große freizeitgebiet die wuhlheide doch wunderbar ist ja alles vor ort und diese problematik gibt es an jeder großen immobilie hier in Schöneweide momentan denn womit verdient man am meisten geld durch wohnungen deswegen entstehen hier sehr teure wohnungen die das ganze gelände lemling und dagegen sind wir und da ging werden wir alles uns zu früh alles was wir können wenn wir dagegen unternehmen [Musik]
Videozeit 09:14 [Musik] warum schlägt ihr herz so für die industriekultur industriekultur ja ich bin von beruf filmemacherin und habe angefangen vor zehn jahren einen dokumentarfilm zu drehen über die veränderungen dieses geländes habe viel gelernt viele menschen kennengelernt habe unter anderem den Industriesalon mit gegründet und hatte vorher keine ahnung wie schwierig und komplex stadtumbau ist und was dort eigentlich alles passiert an tausenden von geschichten und je mehr man weiß je mehr man berichten kann über eine über ein gebäude über umnutzung über die großen geschichten die daran hängen umso begeisterter wird man einfach ich glaube das geht den meisten leuten so nun haben wir gesagt es gibt die sammlung dann machen sie führung bieten führung an wie finanzieren sie das alles also heutzutage bekommt man förderungen er im bereich des tourismus es auch uns
Videozeit 10:15 gelungen in diesem jahr und im nächsten jahr die senats förderung zu bekommen um das thema industriekultur für den berlin tourismus attraktiv zu machen das heißt wir haben hier sozusagen das best example wir wollen beweisen dass dieser standort der eher ungewöhnlich ist für sich wunderbar eignet um hier berlin geschichte zu vermitteln das ist jetzt unsere aufgabe für dieses und für nächstes für das nächste jahr aber der verein selber das ist zwar träger dieser dieses projekts der verein selber lebt nur durch ehrenamtliche arbeit und das museum wird nur von zwei zeugen gemacht auch das große archiv zeitzeugen gemacht dafür haben wir keinerlei geld und das ist sehr schade und ich denke aber es gab so eine zeit nach der wiedervereinigung da wollte man von der DDR nicht viel wissen jetzt sind 26 jahre später nach und nach wird das interesse an den an der DDR zeit größer
Videozeit 11:17 wir haben ja bei uns im archiv über 30.000 fotos filme tonbänder von diesem werk hier das werk für Fernsehelektronik mit 9000 beschäftigten das größte werk hier vor ort und wir können eigentlich die betriebsgeschichte betriebsgeschichte ziemlich gut abbilden mal exemplarisch für dieses große werk und es könnte ja sein dass irgendwann mal ein historiker draufkommt und meine endlichen werksgeschichte schreiben würde dass wir großartig großartig [Musik] die besucher sind meistens begeistert hat sich das x unbescheiden sagen darf weil es ist nämlich so das thema industriekultur ist ein super querschnittsthema das heißt wir erfahren von der tragik der familie Rathenau die hier persönlich gewirkt hat und hier spuren hinterlassen hat auch von der persönlichen tragik wir erfahren was von neuen technologie von erfindungen die er über nacht aus versehen gemacht wurden
Videozeit 12:15 wer erfüllen wir erfahren ganz viele geschichten die aber auf einmal alle zusammen passen und das mögen die leute sie haben den eindruck behaupte ich jetzt mal dass sie etwas verstanden haben wie entwicklung passiert was vorher vielleicht mehr so parallel im kopf war wenn überhaupt ja oder so bruchstücke und hier kriegt man viele lose enden zusammen in Schöneweide und sehr gerne leiden vielen dank [Musik] [Musik] [Applaus] [Applaus] [Musik]
