Stadt bauen beginnt mit Gesprächen, die sonst nicht stattfinden. Die Futura Biennale 2027 verbindet Stadtentwicklung und soziale Innovation in einem kompakten, öffentlich sichtbaren Verfahren für Schöneweide.
Stadt bauen beginnt mit Gesprächen, die sonst nicht stattfinden.
Worum es geht
Die Futura Biennale 2027 verbindet Stadtentwicklung und soziale Innovation in einem kompakten, öffentlich sichtbaren Verfahren. Sie überträgt die Energie eines interdisziplinären Sprints auf den Maßstab eines Stadtteils und koppelt die Ergebnisse an eine Messe für techno-soziale Innovation, auf der Ideen, Räume und Kapital zueinanderfinden.
Wir hatten den Mut, gemeinsam zu entwerfen, zu erproben und durchzuhalten. Heute zeigt sich, was 2025 mit einer Skizze auf der ersten Futura begann und was 2026 mit einem Vorbereitungstreffen weitergedacht wurde.
Du steigst am S-Bahnhof aus, der Wind kommt von der Spree. Auf dem Weg zum Wasser läufst Du durch ein Hybrid-Quartier, in dem urbanes Leben und Arbeiten neu verbunden sind. Du passierst den Klima-Sensor-Garten, in dem Luft, Lärm und Wärme des Quartiers in Lichtsäulen sichtbar werden. Daneben der Bauhof für zirkuläres Bauen, ein paar Schritte weiter das Bio-Fashion-Atelier, in dessen Schaufenstern Mycelium-Leder neben 3D-gedruckten Garderoben hängt.
Weiter am Familien-Coworking vorbei und am Handwerker-Bildungs-Hof, in dem Schmiede, 3D-Drucker und Lehrlinge nebeneinander arbeiten. Auf der Bewegungs-Wiese Schatteninseln, Schwammstadt-Boden und an der Kante zur Spree die Spreeterrassen zum Chillen.
Du weißt: nichts davon kam von allein. Hinter jedem dieser Orte stehen Zielkonflikte und radikale Kompromisse zwischen Wachstum und Erhalt, zwischen Privatem und Öffentlichem, zwischen schnell und sorgfältig. Am Ufer angekommen drehst Du Dich um und siehst Dein Ziel: den Salon der Übermorgen, vormals Industriesalon Schöneweide, heute beides, Speicher der Geschichte und Labor der Übermorgen.
Nach der Durchführung liegen konkrete Projekt- und Nutzungsideen für benannte Flächen, Infrastrukturen und öffentliche Räume in Schöneweide vor. Es gibt belastbare Kooperationen zwischen Eigentümern, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung und Finanzierungspartnern.
Sichtbare Prototypen und eine geschärfte Erzählung tragen den Standort in die Öffentlichkeit. Und es gibt einen verabredeten Folgeprozess mit nächsten Schritten, Zuständigkeiten und Anschlussoptionen: Die Patenschaften laufen über mindestens zwölf Monate, ein jährliches Follow-up bilanziert den Stand, und die Futura 2029 baut auf den Ergebnissen auf.
Zwölf Tage. Zwei Spuren. Ein Stadtteil.
Konzept
Vier Phasen, die nicht beliebig sind: vom gemeinsamen Problemverständnis über den Lab-Sprint und die Tragfähigkeitsprüfung bis zur Messe für techno-soziale Innovation. Schöneweide ist dabei nicht Kulisse, sondern Gegenstand und Umsetzungsort.
Die Futura überträgt die Energie eines interdisziplinären Sprints auf den Maßstab eines Stadtteils und koppelt die Ergebnisse an eine Messe für soziale Innovation, auf der Ideen, Räume und Kapital zueinanderfinden. Sie öffnet einen Korridor, in dem spätere Entscheidungen über Flächen, Nutzungen und Partnerschaften schneller, offener und besser informiert getroffen werden können.
Was hier entworfen wird, soll hier erprobt, verbunden und weitergeführt werden. Die Futura ist Startpunkt eines strukturierten Folgeprozesses, nicht dessen Ersatz.
Die bisher diskutierte Variante von zehn Lab-Tagen wird verworfen. Sie ist für Hackathon-Energie zu lang und für Stadtentwicklung zu kurz. Die neue Dramaturgie nimmt beide Spannungen ernst.
Die Futura 2027 arbeitet mit zwei parallelen Hauptspuren, ergänzt um einen Jugend-Strang, der in beide Spuren eingreift. Querschnittsthemen wie digitale Souveränität, KI-gestützte Stadtplanung, Mobilität und Kreativwirtschaft fließen ein, werden aber nicht als eigenständige Tracks geführt. Das schärft den Fokus.
Hybride Nachbarschaften auf bestehenden Gewerbeflächen. Wohnen wird nicht als isoliertes Problem behandelt, sondern flächenbezogen und Schöneweide-spezifisch verhandelt: Wie entstehen neue Mischnutzungen, die Gewerbeerhalt und Wohnraumbedarf verbinden?
Bildung, Versorgung, Begegnung. Wie trägt ein wachsendes Quartier seine soziale Grundausstattung? Welche Rolle spielen Genossenschaften, Vereine, Initiativen? Welche Räume fehlen, welche sind ungenutzt?
Jedes Team hat mindestens zwei Teilnehmende unter 25 Jahren. Ein Teil der Aufgabenstellungen wird von Jugendlichen selbst formuliert und von ihnen kuratiert, nicht nur moderiert. Schulen aus Schöneweide und die HTW Berlin werden als Partner gewonnen. Ein separater Jugend-Track wird abgelehnt, weil er erfahrungsgemäß zum Nebentisch wird.
Die Bewertung folgt zwei Kreisen, die gleichgewichtig nebeneinander stehen. Die Fachjury beurteilt Tragfähigkeit, Umsetzbarkeit, Innovationsgehalt und Passung zu Schöneweide, besetzt mit Wissenschaft, Planungspraxis, Verwaltung, Kreativwirtschaft und Zivilgesellschaft.
Das Umsetzungsvotum kommt vom Messepublikum, von Eigentümern und Finanziers. Sie vergeben ein verbindliches Votum für das Projekt, dem sie tatsächlich Raum, Kapital oder Patenschaft zusagen würden. Nicht Applaus entscheidet, sondern Absicht.
Die Futura vergibt keine Geldpreise. Die Preise sind Zugänge: zu Flächen, zu Patenschaften, zu Finanzierung und zu Sichtbarkeit. Reale Umsetzungsorte in Schöneweide, mindestens zwölf Monate Begleitung, konkrete Gesprächszugänge und dokumentarische Sichtbarkeit ersetzen die reine Preisgeste.
Was bringst Du mit: Idee, Räume, Zeit, Geld, Wissen, Patenschaft?
Mitwirken
Die Futura Biennale 2027 lebt vom Verbund. Drei bis fünf Schlüsselakteure entscheiden, ob sie stattfindet. Wer jetzt einsteigt, prägt das Format mit: Spuren, Aufgabenstellungen, Bewertungskreis, Folgeprozess. Es gibt keinen fertigen Plan, den man bestätigt. Es gibt einen Korridor, den wir zusammen öffnen.
19. Mai 2026, 18 Uhr, Industriesalon Schöneweide, Reinbeckstraße 10, 12459 Berlin. Vor der Sommerpause möchten wir mit einer innovativen Konzeption gemeinsam durchstarten: drei Fragen, ein Abend, viele Stimmen.
Erst wenn diese Gespräche geführt sind, lohnt die weitere Verfeinerung des Konzepts. Wir suchen verbindliche Partner, keine Sympathisanten.
Nicht jede Form der Beteiligung muss eine der vier Schlüsselrollen besetzen. Vereine, Initiativen und Einrichtungen aus dem Quartier bringen eigene Vorschläge in den Wettbewerb der Vereine, Initiativen und Einrichtungen ein. Schulen aus Schöneweide kuratieren, nicht nur moderieren, den Jugend-Strang. Praktiker:innen, Wissenschaftler:innen und Kreative bewerben sich als Teams für den Lab-Sprint.
Auch Berliner Zukunftsorte und bundesweite Transformationsareale sind eingeladen, ihre Ansätze auf der Messe zu zeigen. Die Futura bindet das Schöneweider Format bewusst in den größeren Stadtkontext ein.
Welcher Zukunftstyp bist Du?
Zukunftsquiz
15 Fragen, 7 Typen, 3 Minuten. Das Zukunftsquiz der Futura ist mehr als ein Spiel: Es ist ein Spiegel der eigenen Haltung zu Umbruch, Risiko und neuen Möglichkeiten. Mit Profildiagramm im Radar-Chart, drei Deutungsachsen und Zukunfts-Dating für Typ-Kompatibilität. Mobile-optimiert, ohne Login, datensparsam.
Jeder Typ ist eine eigene Art, mit Umbruch umzugehen. Die meisten Menschen tragen mehrere in sich. Keine Wertung, kein Schubladen-Denken: Sieben Stimmen, von denen wir alle brauchen.
Das Quiz arbeitet mit 15 Fragen, die jeweils vier Antwortoptionen anbieten. Jede Antwort fließt gewichtet in mehrere Typen ein. Nach der letzten Frage wird Dein Profil auf drei Achsen ausgewertet: Zeitorientierung, Handlungsmodus und Weltzugang. Reibung und Resonanz werden kompakt verpackt.
Die Futura arbeitet mit einer These: Stadt bauen beginnt mit Gesprächen, die sonst nicht stattfinden. Damit Gespräche entstehen, braucht es einen Anlass. Das Zukunftsquiz ist genau das: ein leichter Einstieg in eine schwere Frage. Auf der Futura 2025 lief es auf Postern, QR-Codes und Smartphones; für die Futura 2027 ist es als Onboarding, Messe-Aktivierung und spielerischer Begleiter gesetzt.
2025 hat etwas in Bewegung gebracht.
Rückblick 2025
Die erste Futura war Versuch, Werkstatt und Auftakt zugleich: ein Format auf der Suche nach seiner Form. Was wir aus ihr lernen, prägt die Futura 2027: schärfer gefasst, mit klarerer Dramaturgie und einem Folgeprozess, der nicht beim Applaus endet.
Von der Auftaktveranstaltung bis zum Finale spannten sich verschiedene Formate nebeneinander auf: Diskurs, Werkstatt, Spiel und Begegnung. Eine Auswahl der Stationen, auf die die Futura 2027 aufbaut.
Aus der ersten Futura ist mehr hervorgegangen als ein Veranstaltungs-Rückblick. Die Schöneweider Zukunftspreise haben einen ersten Träger gefunden: die Schöneweider KiezKarte, Idee Dirk Sarnoch / WERK 116, ausgezeichnet mit dem Jurypreis. Die Karte verbindet lokale Kaufkraft mit einem Bürgerfonds für Kultur, Open-Air-Kino und Nachbarschaft.
Genau dieses Muster, von der Skizze zur tragfähigen Umsetzung mit konkreten Akteuren vor Ort, soll die Futura 2027 systematisch verstetigen. Die Träger der Schöneweider Zukunftspreise werden bis zur Futura 2029 begleitet.
Erstens: Energie braucht eine Dramaturgie. Die zehn Lab-Tage waren für Hackathon-Energie zu lang und für Stadtentwicklung zu kurz. Die Futura 2027 antwortet mit vier Phasen über zwölf Tage: Framing, Sprint, Schärfung, Messe.
Zweitens: Bewertung muss verbindlich werden. Applaus reicht nicht. Die zweistufige Bewertung aus Fachjury und Umsetzungsvotum sorgt dafür, dass Preise nur dort vergeben werden, wo Eigentümer, Finanziers oder Pat:innen sich konkret zusagen.
Drittens: Jugend ist konstitutiv, nicht dekorativ. Ein separater Jugend-Track wird zum Nebentisch. In der Futura 2027 hat jedes Team mindestens zwei Teilnehmende unter 25 Jahren, und ein Teil der Aufgabenstellungen wird von Jugendlichen selbst formuliert.
Reden und verbindlich werden.
Kontakt
Die Futura entsteht im Gespräch. Schreiben Sie kurz, was Sie interessiert, was Sie einbringen können und mit wem wir sprechen sollten. Wir melden uns innerhalb weniger Tage mit Konzeptpapier und Terminvorschlag.
Eine Initiative des Industriesalon Schöneweide e.V., getragen von Vorstand, Mitgliederschaft und einem wachsenden Verbund aus Standortakteuren, Hochschulen und Zivilgesellschaft.
Klaus BurmeisterIndustriesalon Schöneweide e.V. · Vorsitzk.burmeister@industriesalon.de
Industriesalon Schöneweide e.V.Reinbeckstraße 10, 12459 Berlininfo@industriesalon.de
Der Industriesalon liegt im historischen Kabelwerk-Areal, mitten in der Wilhelminenhof. Die Adresse ist auch der Tagungsort der Futura: Halle, Hof und Außenraum bieten Platz für Lab und Messe.
Auf Anfrage stellen wir das aktuelle Konzeptpapier, Logo-Varianten, Pressetext und Bildmaterial aus der Futura 2025 zur Verfügung. Bitte kurzes Anschreiben mit Medium und Verwendungszweck an k.burmeister@industriesalon.de.

