Dauerausstellung · WF
Arbeitsplätze der Lampen- und Röhrenfertigung
Im Industriesalon sind nicht nur Geräte erhalten. Bewahrt wurden zusammenhängende Arbeitsplätze: Werkbänke, Vorrichtungen, Glasformen, Messplätze, Werkzeuge und Steuerungen aus dem Umfeld des Werks für Fernsehelektronik.

Diese Arbeitsplätze erzählen eine kleinere Geschichte innerhalb der großen Geschichte Schöneweides. Oben steht die Elektropolis der AEG und Rathenaus: Energie, Architektur, industrielle Moderne. Darunter liegt die DDR-Schicht: Weiterbetrieb, Umbau, Spezialisierung, Produktion.
In dieser zweiten Schicht wird Arbeit konkret. Die erhaltenen Plätze zeigen, wie technisches Wissen nicht nur in Plänen und Maschinen steckte, sondern in Handgriffen, Prüfverfahren, Improvisationen und Erfahrung.

Kein Einzelobjekt. Eine Arbeitssituation.
Glas wurde fixiert, erhitzt, verbunden, evakuiert, geprüft und nachjustiert. Die Anordnung der Geräte folgt diesem Ablauf. Deshalb wirken die Plätze nicht wie Vitrinen, sondern wie unterbrochene Arbeit.

Material
Glas, Metall, Keramik, Drähte und Beschichtungen mussten exakt zusammenwirken.
Prüfung
Messplätze machten Qualität sichtbar: Spannung, Strom, Vakuum, Leuchtverhalten.
Erfahrung
Viele Abläufe waren nicht nur Maschine, sondern eingeübtes Wissen am Arbeitsplatz.


Warum das wichtig ist
Die erhaltenen Arbeitsplätze verbinden die große Industriegeschichte mit der Ebene der Hände.
Hier wird sichtbar, wie aus Elektropolis, DDR-Produktion und Werkalltag konkrete Dinge wurden. Deshalb sind diese Plätze ein Kern der Dauerausstellung: nicht dekorativ, sondern als Beleg für Materialwissen, Produktionslogik und die technische Kultur des Standorts.

