Kinder im Werk

Ausstellung

Kinder im Werk

Kinderkrippe, Wochenheim, Ferienlager und Familienalltag: Quellen zur Frage, wie das Werk für Fernmeldewesen Arbeit und Betreuung miteinander verband.

Kinder mit Erzieherin am Sandkasten vor dem WF-Gebäude

Ausstellung

Kinder im Werk

Kinderkrippe, Wochenheim, Ferienlager und Familienalltag: Quellen zur Frage, wie das Werk für Fernmeldewesen Arbeit und Betreuung miteinander verband.

Auftakt

Jetzt geht es uns gut.

Bildunterschrift zur Kinderkrippe des HF, Betriebszeitung HF-Sender, Nr. 16, 28. Mai 1954.

Leitfrage

Wer betreut die Kinder, wenn die Mütter im Werk arbeiten?

Die Quellen erzählen von Fürsorge und Entlastung. Gleichzeitig zeigen sie, dass Kinderbetreuung auch eine Bedingung der Produktion war: Frauen sollten arbeiten können, Schichten sollten laufen, eingearbeitete Kräfte sollten im Betrieb bleiben.

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1 · Kinderkrippe

Betreuung als Produktionsfrage

Die frühe Berichterstattung zeigt die Kinderkrippe als liebevollen Ort. Doch der Text sagt auch offen, weshalb der Betrieb sie brauchte: Die Mütter sollten sich voll und ganz für die Erfüllung der Produktionspläne einsetzen können.

Die Muttis wissen, wieviel liebevolle Geduld und rastlose Arbeit die Pflege eines Kleinkindes erfordert …

HF-Sender, 1954

Objektfokus

Drei Quellen, drei Blickrichtungen

Kinderheim Julius Rosenberg, Gartenfront; Foto 1962

2 · Kinderwochenheim

Montagmorgen gebracht. Freitagnachmittag abgeholt.

Das Kinderheim Agnes Smedley war zeitweise ein Kinderwochenheim. Neben Tagesgruppen gab es Heimgruppen, in denen Kinder die Woche über blieben. Für heutige Besucher ist das erklärungsbedürftig

Schlafräume im Kinderheim.
Gruppenalltag im Kinderheim.
Kinder im Planschbecken, Foto 1977.
Szene im Kindergarten des Werkes, 1954.

Dokumentarische Strecke

Schlafen. Spielen. Hausaufgaben.

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3 · Neue Mühle

Ein Ort außerhalb der Werkhalle

Mit Neue Mühle verschiebt sich die Geschichte. Es geht nicht mehr nur um Betreuung während der Arbeitszeit, sondern um eine eigene Kinderwelt: Haus, Gelände, Erholung, Ferien und Ausflüge.

4 · Maßstab

Kinderbetreuung war kein Randthema.

8.615 Beschäftigte im WF im Jahr 1990

3.503 davon Frauen

1.754 Frauen mit Kindern

5 · Für wen?

Wochenheime waren nicht für alle gleich.

Die Quellen mahnen zur Vorsicht vor schnellen Urteilen. Wochenkrippen und Kinderwochenheime wirkten damals nicht nur als staatliche Zumutung, sondern auch als Lösung für Alleinerziehende, Studierende, Schichtarbeitende und Familien ohne andere Betreuung.

Gerade deshalb sollte die Ausstellung die Spannung halten: Entlastung und Zumutung, Fürsorge und Produktionsinteresse, Schutzraum und Trennung.

Quellenhintergrund: Folge 8 der Serie behandelt die Frage, für wen Wochenkrippen und Kinderwochenheime gedacht waren.

Kinderheim Julius Rosenberg, Kinderschlafsaal; Foto 1962
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6 · Ambivalenz

Fürsorge genügt nicht, wenn Bindung fehlt.

Spätere Untersuchungen diskutierten mögliche Folgen von Wochenkrippen und Wochenheimen.

Schluss

Die Kinderbetreuung im WF war mehr als Sozialleistung.

Sie führte vom Werkstor in Krippenräume, Wochenheime und Ferienorte. Sie half Müttern, im Betrieb zu bleiben. Sie griff tief in den Familienalltag ein. Die Quellen zeigen eine Geschichte von Fürsorge, Arbeit, Organisation und Widerspruch.

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