Frauen im Werk für Fernmeldewesen

Ausstellung

Frauen im Werk für Fernmeldewesen

Sie hielten den größten Elektronikbetrieb Ost-Berlins am Laufen – mit ruhiger Hand, enormer Präzision und unermüdlichem Einsatz

Wo die Zeit im Takt der Röhren schlug

Sie hielten den größten Elektronikbetrieb Ost-Berlins am Laufen – mit ruhiger Hand, enormer Präzision und unermüdlichem Einsatz. Die Frauen im Werk für Fernmeldewesen (WF).In staubfreien Hallen montierten sie winzige Gitter, schufen das Herzstück der Röhrenfertigung und balancierten jeden Tag zwischen sozialistischer Brigade, Karriere und dem ganz normalen Alltagswahnsinn. Sie standen im Scheinwerferlicht der DDR-Medien und feierten Frauentage als Rituale der Anerkennung.Die alten Werkhallen an der Spree schweigen heute. Doch diese Ausstellung holt ihre Gesichter, ihre Geschichten und ihr Lachen zurück ins Licht.

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Arbeit

Präzision war keine Nebenarbeit

In der Presstellerfertigung wurden feine Drahtstifte in Glassockel eingeschmolzen. Die Arbeit galt als Frauenarbeit, verlangte aber Konzentration, Materialwissen und ein genaues Gefühl für Temperatur und Tempo.

„Von der Kollegin an der Presstellermaschine hängt es ab.“

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Werkhalle

Die Arbeit galt als Frauenarbeit.Die Verantwortung ebenfalls.

Quelle zur Qualifizierung im WF, 1960er Jahre

Förderung und Belehrung

Frauen sollten sich qualifizieren. Zugleich wurden ihre Lern- und Aufstiegsmöglichkeiten oft paternalistisch kommentiert. Die Quellen zeigen Förderung, aber auch Kontrolle und Erwartung.

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Anni Gent wird zur Aktivistin

Anni Gent kam 1948 als ungelernte Arbeiterin in die Röhren-Sockelei. Verbesserungsvorschläge, Normerhöhung und Auszeichnungen machten sie früh zu einer öffentlichen Figur des Werks.

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Die „Gent-Mädels“ wurden zur Projektionsfläche.

Presse, Leistung, Erziehung und kollektive Arbeit griffen ineinander.

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Anerkennung als Ritual

Frauentag erschien als Feier und Würdigung. Zugleich zeigen die Quellen, welche Rollenbilder im Betrieb bestätigt und öffentlich inszeniert wurden.

Fazit

Die Geschichte der Frauen im WF ist keine Randgeschichte.

Die Werkhallen sind verschwunden oder haben ihre Funktion verändert. Geblieben sind Fotografien, Erinnerungen und Dokumente.

Aus ihnen entsteht kein vollständiges Bild. Aber genug, um die Frauen wieder sichtbar zu machen, die das Werk über Jahrzehnte mitgetragen haben.

Fokus

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